EMASCD e.V. Erster Mini Australian Shepherd  Club Deutschland e.V. seit 2005
DER MDR1 - DEFEKT BEIM MINI AUSTRALIAN SHEPHERD Der Mini-Australian Shepherd ist wie viele andere Hütehundrassen vom Defekt im MDR1- Gen betroffen, der zu einem vermehrten Übertritt von Arzneistoffen in das zentrale Nervensystem führt, da das notwendige P-Glycoprotein mangelhaft oder nicht vorhanden ist und die Blut-Hirnschranke, die das Eindringen toxischer Verbindungen durch die Gehirnkapillare in das Gehirn verhindert, nicht vollständig oder gar nicht arbeiten kann. Die Anwendung von Arzneistoffen wie Doramectin, Ivermectin, Moxidectin oder Loperamid führen bei Hunden mit diesem Gendefekt, zu Vergiftungen, die bereits zum Tod einiger Hunde geführt haben. Es besteht weiterhin der dringende Verdacht, dass auch andere Arzneistoffe nur eingeschränkt verträglich sind. Das P-Glycoprotein ist für weitere Körpereigene Hormontransportvorgänge verantwortlich und führt als Folge der Fehlfunktion zu erniedrigten Kortisolwerten des Blutes. Auch die Anfälligkeit für chronisch entzündliche Darmerkrankungen wird durch diesen Defekt vermutet. Um Sicherheit bei der Verordnung von Medikamenten zu erhalten und zur Zuchtplanung ist es daher dringend notwendig, den zur Verfügung stehenden Gen-Test anzuwenden. Zu diesem Zweck wird 1ml EDTA-Vollblut benötigt, das der Tierarzt abnimmt und zur weiteren Untersuchung weiterleitet. Das Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Fachbereich Veterinärmedizin, der Universität Gießen hat in einer Studie zum MDR-1 Gendefekt bei Britischen Hütehunden folgende Genotypen nachgewiesen: Genotyp MDR1+/+ Bei dem weitaus größten Teil der untersuchten Britischen Hütehunde wurde kein Defekt im MDR1-Gen nachgewiesen. Diese Tiere verfügen also über ein intaktes MDR1-Transportsystem. Für die Arzneimitteltherapie müssen daher keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Allerdings sind unerwünschte Arzneimittelwirkungen (Nebenwirkungen) aufgrund anderer Ursachen (z.B. Allergien) auch bei dem MDR1+/+ Genotyp nicht ausgeschlossen. Genotyp MDR1+/- Hunde, bei denen ein heterozygoter MDR1+/- Genotyp nachgewiesen wird, sind Merkmalsträger für den MDR1-Defekt und können diesen an ihre Nachkommen weiter vererben. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen (Nebenwirkungen) aufgrund des MDR1+/- Genotyps sind jedoch eher unwahrscheinlich, lassen sich aber nicht zweifelsfrei ausschließen. Genotyp MDR1-/- Besondere Vorsicht ist geboten, wenn für einen Hund der Genotyp MDR1-/- bestimmt wurde. In diesem Fall fehlt ein funktionsfähiges MDR1-Transportsystem in allen Geweben, und die Behandlung mit bestimmten Medikamenten kann erhebliche Probleme bereiten. Unabhängig von der multiplen Arzneistoffüberempfindlichkeit wissen wir heute, dass es bei MDR1-/- Hunden zu einer Fehlsteuerung endokriner Regelkreise kommt. Dies äußert sich in erniedrigten basalen Cortisolspiegeln und führt unter Umständen zu einer verminderten Stresstoleranz betroffener Hunde. Des Weiteren mehren sich die Hinweise, dass MDR1-/- Hunde eine erhöhte Anfälligkeit für die Entwicklung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen aufweisen. Klinische Studien zur Untersuchung dieser Problembereiche werden in den nächsten Jahren erwartet. Für die Zuchtplanung ergibt sich daraus, bei der Anpaarung auf eine Kombination der Elterntiere zu achten, die keinen weiteren MDR1 (-/-) Typ hervorbringt. Bei Kenntnis der Genotypen beider Zuchttiere können folgende theoretischen Voraussagen über die Genotypen der Nachkommen getroffen werden: Quelle: Studie des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie, Fachbereich Veterinärmedizin der Universität Gießen. Ausführliche Statistiken und weitere Erläuterungen zu einzelnen Arzneigruppen und deren Risikoeinschätzungen bei MDR1 -/- Genotypen können unter www.vetmed.uni-gießen.de nachgelesen werden. Weitere Daten, Infoseiten, sowie die Meldedatenbank für den MDR1-Status der verschiedenen Hütehunderassen können unter www.mdr1-defekt.de nachgelesen werden. Der EMASCD hat sich zum Ziel gesetzt, die Verbreitung des MDR1-Gendefektes durch gezielte Anpaarung zu minimieren und durch Genteste den Nachweis über den Genotyp des MDR1-Defektes zu dokumentieren. Die Mitglieder des EMASCD verpflichten sich nach den Zuchtleitlinien, nur folgende Anpaarungen vorzunehmen: - Genetisch freie Hunde (+/+) dürfen mit jedem MDR1-Partner angepaart werden. - Betroffene Hunde (-/-) dürfen nur mit genetisch freien Hunden (+/+) angepaart werden.
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EMASCD e.V. Erster Mini Australian Shepherd  Club Deutschland e.V. seit 2005 Verein für Mini-/ Toy- Aussie & Mini- Ami seit 2019
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